Dienstag, 6. November 2012
Díe de la Independencia/Día de la Bandera
Letztes Wochenende war erst Tag der Unabhangigkeit von Kolumbien (3. Novmeber), dann Tag der Fahne (4. November), deshalb ein verlangertes Wochenende mit Freitag und Montag als Feiertag, damit die Panamesen mal wieder so richtig ihren Patriotismus raushangen lassen koennen. Alles mit Fahnen geschmueckt und in jedem Staedtchen gab es Umzuege mit Marschkapellen (die hier sowieso schon sehr beliebt sind) und jeder Schule, Uni oder Organsiation aus der Umgebung. Am Sonntag bin ich in David mit AFS auch mitgelaufen, alle in typisch panamesischen Klamotten, was fuer mich ein leuchtend blaues Indigena-Kleid bedeutete... es war eigentlich ganz lustig, die anderen Freiwilligen waren naturlich auch dabei, aber es war auch ein gutes Beispiel des Organisationstalentes hier. Ich bin um 6Uhr aufgestanden, weil meine Gastmutter mir ganz eindringlich erlautert hat, dass es heute "zu Ehren des Vaterlandes" wichtig sei, punktlich zu sein. Um sieben war ich bei Laura und Charlotte, zwei deutschen Austauschschuelerinnen, die fuer ihre Kleidung noch Haare und Make-Up gemacht bekommen haben. Dort wollte uns auch Paoloa (von AFS, die mit uns nach David fahren wolle) aufsuchen, "spaetestens um sieben!". Um Viertel nach haben wir sie mal angerufen, sie meinte, sie sei schon auf dem Weg und um halb da. Um ´25 hat sie dann angerufen, wir sollen uns beeilen, wir wuerden uns vor einem Supermarkt in Bugaba treffen, sie warte schon. Wir sind gleichzeitg mit ihr zehn Minuten spaeter dort angekommen. Fix in den Bus, um halb neun waren wir in David, wo der Umzug um 8Uhr hatte anfangen sollen. Nach zwei Stunden warten in der prallen Sonne, die auch um diese Uhrzeit schon richtig stark alles verbrennt, und ohne ein Windchen ging es endlich los. Der Marsch an sichwar dann temperaturmaessig etwas angenehmer, ab und zu ein Lufthauch und freundliche Wolken - aber kein Regen, wie anscheinend sonst jedes Jahr. Am Strassenrand sassen/standen echt viele Menschen, von denen einige geklatscht oder uns ein bisschen zugejubelt haben und tausende Staende, die Essen, Trinken oder Sitzgelegenheiten verkauft haben.

Die Panamesen sind tatsaechlich sehr patriotisch und halten sich fuer so ziemlich das wichtigste Land ueberhaupt ("wir haben den Kanal!"), was auf die Dauer echt anstrengend wird. Das kommt zu dieser wirklich nervenaufreibenden Unpunktlichkeit und Desorganisation, sowie dem Problem hinzu, dass sie einem nie sagen, was sie stoert. Wenn man etwas machen moechte, von dem sie nicht begeistert sind, erfinden sie erst zehn Vorwaende, warum das denn so nicht funktioniert, nur damit man, nachdem man diese Problemchen alle beseitigt hat, erfaehrt, dass der wahre Grund, warum sie etwas nicht wollen, ganz woanders liegt. Dadurch weiss man nie, woran man ist und auch nicht, ob das Problem, dass sie vorschieben auch wirklich der Grund ist oder nicht. Man kann wirklich erst in langen Gespraechen, in dneen man immer wieder nachfragt ob nicht vielleicht doch etwas anderes los ist, herausfinden, was in ihren Koepfen so vorgeht, das macht einen echt verrueckt.
Sonntag abend waren wir dann wieder in dem kleinen Hauschen in Vulcán um den 20. Geburtstag von meinem Gastbruder Nico (,der leider in Chitré studiert) nachzufeiern. Der ist auch supernett und scheint etwas aktiver zu sein, als die ganzen anderen Schnarchnasen hier, jedenfalls waren wir auf sein Draengen hin am Samstag in Frontera (Costa Rica). Im Endeffekt zwei Stunden in einer Mall und dann zwei Stunden in anderen Laeden, aber besser als vier Stunden zu Hause rumzugammeln.:) Waer echt nice, wenn er bei uns wohnen wuerde...

Ansonsten war ich vor zwei Wochen fuer drei Tage in Gorgona - das erste Mal am Strand! - auf einem AFS-Treffen mit allen anderen Freiwilligen und Austauschschuelern aus meiner Provinz und noch einer anderen. Das war wirklich lustig, sich mit den ganzen anderen zu unterhalten, die so alle ziemlich aehnliche Erfahrungen gemacht haben und vor allem auch mit den selben Dingen Probleme haben. Hauptsaechlich haben wir da nur viel gequatscht, waren im Meer oder Pool schwimmen. Zwischendurch gab es ein paar Programmpunkte von AFS zu Panama und wie wir unseren Aufenthalt und das Spanisch oder das Verhaeltnis zur Gastfamilie noch verbessern koennten. Alles ganz interessant, teilweise hilfreich aber vor allem richtig lustig!

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